Shanghai
22. Oktober 2009Plastic town
18. Oktober 2009Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir in Jiashan im “Jingwen Huadu International Hotel” an. Nach dem guten Essen war genug Zeit, die 600.000 Einwohnerstadt zu erkunden und sich den künstlich angelegten Park direkt vor dem Hotel genauer anzusehen, Bötchen zu fahren oder sich den chinesischen Sonntagsspaziergängern anzuschließen. Neben Schildkröten verkaufenden Händlern, waren wir selbst ungewollte Attraktion im Provinznest  Jiaxings was sich in einer von LG veranstalteten Marketingveranstaltung zeigte. Nachdem zwei Orchestermitglieder auf die Bühne gebeten worden waren, legten sie dort zu lateinamerikanischen Rhythmen einen Cha-cha hin und gewannen eine Zahnbürste und eine Zahnpasta.
Anschließend wurde von Einigen das “Café Drilon” besucht, welches allerdings keine englische Karte hatte, was dazu führte, dass eine Art “Speisenroulette” stattfand und einfach irgendetwas bestellt wurde. Zwischen servierten Nüssen, Mandarinen, chinesischem Gebäck und Eierkuchen, fand man auf den Tischen außerdem mittelmäßigen chinesischen Kaffee und einen Gurkendrink, der auf den Bildern der Karte eher einen Kiwi-Milchshake vermuten ließ. Sehr exotisch war auch eine nach nichts schmeckende gewürfelte, dunkle Grütze, die bei mehrmaligem Probieren immer weniger schmeckte.
Der nachmittägliche Ausflug führte uns schließlich zur Einspielprobe in die Sporthalle von Jiashan, die sich ab 19:00 Uhr mit 3.500 Leuten füllte. Die trockene Akustik wurde durch bunte Beleuchtung und Bühnenshow wettgemacht. Nach langen Reden konnte die Bühne betreten werden. Das Publikum schien verhalten, das Erstaunen über ein symphonisches Blasorchester zu groß. Bei bekannten Melodien wurde aber trotzdem mitgeklatscht und die anschließende Tombola, die aus den Nummern der Eintrittskarten entstand, erweckte das Publikum wieder aus ihrer relativ stillen Konzerthaltung. Nachdem von Orchestermitgledern einige Gewinner gezogen wurden, gab es u.a. Laptops und auch ein Apartment zu gewinnen.
Konzertmitschnitt aus Jiashan
18. Oktober 2009Seide, Tee und Autogramme
17. Oktober 2009Unser zweiter Tag im Land der Mitte begann im Hotel mit einem chinesischen Frühstück, sicherlich für einige nach wie vor gewöhnungsbedürftig, den Tag mit warmem Kohlgemüse, schwarzem süßen Klebreis und einer „Kaffeeart“ zu beginnen, aber wir als anpassungsfähige Musiker nahmen diese Hürde natürlich mit Bravur. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus zu einem „Seidenmuseum“ etwas außerhalb der Stadt, das sich aber bald eher als Outlet-Store für Seidenkleidung entpuppte; der Museums-Teil des Gebäudes beschränkte sich auf ein kleine Demonstration einer alten Seidenwebmaschine und eine Weltkarte, auf der der Verlauf der historischen Seidenstraße im alten China markiert war. Die zahlreichen Verkäufer waren sichtlich enttäuscht, dass wir trotz zuvor dargebotener exklusiven Modenschau nur sehr wenig bis gar nichts kauften, der leichte Kaffeefahrtcharakter war aber einfach nicht abzustreiten. Der nächste Stopp führte uns zu einer örtlichen Teeplantage, wo wir einer Teeverköstigung beiwohnen durften. Dort lernten wir unter anderem die große Bedeutung des fast akrobatisch anmutenden dreifachen Aufschüttens des Grünen Tees kennen, das ein Zeichen für die besondere Wertschätzung des jeweiligen Gastes symbolisieren soll. Sogar eine Vorführung mit Reis, Wasser und den „gefährlichen Bakterien, die wir jeden Tag zu uns nehmen“ machte uns eines sofort klar: Nur wer Grünen Tee trinkt wird von den heimtückischen Erregern verschont und hält nebenbei noch sein Idealgewicht, denn quintessenziell bleibt Folgendes festzuhalten; Grüntee macht schlank und ist äußert gesund!!
Nach dem Mittagessen im Hotel fuhren wir zu unserem ersten Konzerort in China – der Hangzhou Concert Hall mitten in der Stadt. Einer kurzen Anspielprobe folgte ein schönes Konzert im mit etwa 600 Zuhörern gut gefüllten Saal. Die Begeisterung der großen und kleinen chinesischen Fans führte sogar soweit, dass zahlreiche Fotos geschossen wurden und Autogramme geschrieben werden mussten…und nicht wenige Musiker verließen die Konzerthalle am späten Abend mit den Emailadressen der neuen Fans.
Ein erlebnisreicher zweiter Tag im Fernen Osten endete schließlich mit dem Abendessen im Hotel (, das übrigens von Tag zu Tag besser wird). Viele machten sich danach noch in die Innenstadt in die Nähe des Westsees auf, um in einer der zahlreichen Bars eines der beliebten chinesischen Würfelspiele zu spielen oder den Abend bei einem Bier gemütlich ausklingen zu lassen. Wir alle haben das Taxi als Transportmittel lieb gewonnen, denn für 10 Yuán (= 1€; wir nennen das Geld hier übrigens liebevoll „die Rimpimpims“, Renminbi ist einfach zu kompliziert) kann man sich in der ganzen Stadt herumkutschieren lassen.
Bald mehr,
Ihre/eure JBP’ler
Hang zhou gutem Essen
16. Oktober 2009Wir sind wirklich da! Nach 14 Stunden Reise sind wir gestern Mittag in China angekommen. Von Frankfurt aus ging es mit den China Eastern Airlines auf direktem Wege nach Shanghai, wo bereits unser Reiseleiter David Shen auf uns wartete. Nachdem unser Gepäck vollständig verladen war, ging es mit den drei Tourbussen los in Richtung Südwesten, denn erster Konzert- und Reiseort ist Hangzhou, etwa 200km von Shanghai entfernt.
Die Suche nach unserem Hotel sollte sich aber sofort am ersten Tag als nicht ganz so einfach herausstellen; irrtümlicherweise wurden wir in eine andere Unterkunft gebracht als geplant. Hier gab es nun den ersten Kontakt zur chinesischen Küche – und diese hatte bei Leibe nichts mit den doch sehr schmackhaften chinesischen Speisen zu tun. Glücklicherweise stellte sich diese Unterkunft sehr schnell als die falsche heraus, so dass wir bald unsere Zimmer im sehr komfortablen Tianhong Hotel im Zentrum von Hangzhou beziehen konnten. Am ersten Abend hat’s dann auch sehr gut geschmeckt und sogar die inzwischen äußerst lässige Benutzung der chinesischen Chopsticks ist sehr en vogue.
Auch wenn das gesamte Orchester von der langen Anreise und dem Jetlag ein bisschen in den Seilen hing, nutzten wir den ersten Abend in China, um einen Spaziergang am hiesigen West Lake zu unternehmen. Gegen 18 Uhr ist es hier Mitte Oktober schon stockdunkel, dennoch ist es sehr angenehm warm und im T-Shirt bestens auszuhalten. Morgen steht unser erstes Konzert in der Hangzhou Concert Hall auf dem Programm, auf das und die wir natürlich schon gespannt sind.
In diesem Sinne bis bald!
Eure und Ihre JBP’ler
Schon bald geht es los…
07. Oktober 2009Liebe Freunde und Bekannte der JBP, liebe Interessierte und liebe Eltern,
in genau einer Woche ist es endlich soweit, der Flieger hebt sich in die Lüfte und für die JungeBläserphilharmonie Nordrhein-Westfalen geht es zum dritten mal nach 1998 und 2005 in das Land des Lächelns – China. Viele von uns stecken schon in den ersten Vorbereitungen, die Reisepässe sind unterwegs, um mit den notwendigen Visa bestückt zu werden, die letzten Auffrischimpfungen wurden erduldet und der ein oder andere Koffer wurde reisefertig gemacht. Um auch Außenstehende stets auf dem Laufenden zu halten, haben wir diesen Reiseblog geöffnet, in dem wir regelmäßig – von unterwegs – unsere Eindrücke dokumentieren werden und euch und Sie an den Erlebnissen und Erfahrungen, die wir im Fernen Osten machen werden, Teil haben lassen.
Ganz besonders ausdrücklich möchten wir uns an dieser Stelle schon für die tolle Unterstützung von Seiten des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amts bedanken, ohne die diese Reise mit Sicherheit nicht stattfinden könnte. Ein persönlicher großer Dank geht an David Shen, der mit Rat und vor allem Tat und jeder Menge Insiderwissen stets zur Seite stand und immer noch steht und der uns durch seine Kontakte nach China die Organisation der Konzerttournee nicht nur erleichterte sondern erst ermöglichte.

