Seide, Tee und Autogramme

Unser zweiter Tag im Land der Mitte begann im Hotel mit einem chinesischen Frühstück, sicherlich für einige nach wie vor gewöhnungsbedürftig, den Tag mit warmem Kohlgemüse, schwarzem süßen Klebreis und einer „Kaffeeart“ zu beginnen, aber wir als anpassungsfähige Musiker nahmen diese Hürde natürlich mit Bravur. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus zu einem „Seidenmuseum“ etwas außerhalb der Stadt, das sich aber bald eher als Outlet-Store für Seidenkleidung entpuppte; der Museums-Teil des Gebäudes beschränkte sich auf ein kleine Demonstration einer alten Seidenwebmaschine und eine Weltkarte, auf der der Verlauf der historischen Seidenstraße im alten China markiert war. Die zahlreichen Verkäufer waren sichtlich enttäuscht, dass wir trotz zuvor dargebotener exklusiven Modenschau nur sehr wenig bis gar nichts kauften, der leichte Kaffeefahrtcharakter war aber einfach nicht abzustreiten. Der nächste Stopp führte uns zu einer örtlichen Teeplantage, wo wir einer Teeverköstigung beiwohnen durften. Dort lernten wir unter anderem die große Bedeutung des fast akrobatisch anmutenden dreifachen Aufschüttens des Grünen Tees kennen, das ein Zeichen für die besondere Wertschätzung des jeweiligen Gastes symbolisieren soll. Sogar eine Vorführung mit Reis, Wasser und den „gefährlichen Bakterien, die wir jeden Tag zu uns nehmen“ machte uns eines sofort klar: Nur wer Grünen Tee trinkt wird von den heimtückischen Erregern verschont und hält nebenbei noch sein Idealgewicht, denn quintessenziell bleibt Folgendes festzuhalten; Grüntee macht schlank und ist äußert gesund!!

Nach dem Mittagessen im Hotel fuhren wir zu unserem ersten Konzerort in China – der Hangzhou Concert Hall mitten in der Stadt. Einer kurzen Anspielprobe folgte ein schönes Konzert im mit etwa 600 Zuhörern gut gefüllten Saal. Die Begeisterung der großen und kleinen chinesischen Fans führte sogar soweit, dass zahlreiche Fotos geschossen wurden und Autogramme geschrieben werden mussten…und nicht wenige Musiker verließen die Konzerthalle am späten Abend mit den Emailadressen der neuen Fans.

Fanstunde nach dem Konzert in der Hangzhou Concert Hall

Fanstunde nach dem Konzert in der Hangzhou Concert Hall

Ein erlebnisreicher zweiter Tag im Fernen Osten endete schließlich mit dem Abendessen im Hotel (, das übrigens von Tag zu Tag besser wird). Viele machten sich danach noch in die Innenstadt in die Nähe des Westsees auf, um in einer der zahlreichen Bars eines der beliebten chinesischen Würfelspiele zu spielen oder den Abend bei einem Bier gemütlich ausklingen zu lassen. Wir alle haben das Taxi als Transportmittel lieb gewonnen, denn für 10 Yuán (= 1€; wir nennen das Geld hier übrigens liebevoll „die Rimpimpims“, Renminbi ist einfach zu kompliziert) kann man sich in der ganzen Stadt herumkutschieren lassen.

Bald mehr,

Ihre/eure JBP’ler

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